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Leserbriefe in der "taz, die tageszeitung". |
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| Unsere Initiative machte im September 1999 auf sich aufmerksam, als nämlich zwei Leserbriefe eines Mitglieds in der überregionalen Tageszeitung »taz, die tageszeitung« aus Berlin erschienen. In diesen Leserbriefen beklagt er die Lobeshymnen auf »Ally McBeal«, die die Zeitung auf ihrer Medienseite (»Flimmern und Rauschen«) regelmäßig singt, und bittet um einen offenen Brief der Redaktion, der die Wiederansetzung von »Ausgerechnet Alaska« fordert und apelliert gleichzeitig an die LeserInnen der Zeitung, die Initiative »Doktor Fleischman soll wieder Erythrozyten zählen!« zu unterstützen. Leider blieb der beantragte offene Brief der taz bisher aus. Trotzdem schätzt die Initiative die kleine Zeitung ("Eine muss es sagen!") sehr! Hier jetzt die Leserbriefe in ungekürzter Fassung. Die grauen Textstellen wurden von der taz damals nicht veröffentlicht. 16.9.99 "Sinnentleerte Dialoge auf der Toilette": Okay, - es war nur eine »dpa-Meldung«, aber die Überschrift kam aus der Kochstraße. Gut, - »Ally McBeal« hat einen der wichtigsten Emmys gewonnen. Aber was heißt das schon! 1993 war »Northern Exposure« (»Ausgerechnet Alaska«) für eindrucksvolle sechzehn Emmys nominiert und hat keinen einzigen abgeräumt. Das sagt doch alles über den Wert eines Emmys. Seit anderthalb Jahren macht Christoph Schultheis charmant Stimmung für »Ally McBeal«, die allesamt unterhaltender ist, als die U.S.-Serie selbst. Das Plädoyer "Ein weiblicher Idealfall" (8.4.98), das die LeserInnen auf »Ally McBeal« einschwören sollte, hat seine Wirkung offenbar verfehlt, denn nach der vorzeitigen Absetzung von »Ally McBeal« und dem offenen Brief "Zuschauer, Ihr habt versagt!" (19.6.98) hatte man bereits moralische Bedenken, bei der Ausrottung einer letzten guten Serie nur zugesehen (bzw. eben nicht zugesehen) zu haben. In der Silvesterausgabe 1998 tauchte Ally in jeder dritten Zeile von "Couchpotato's Fernsehjahr" als Running-Gag auf. Im April 1999 wurde die Pilotfolge der Serie bei VOX wieder ausgestrahlt, was die »taz« natürlich applaudierend publik machte. Und diesmal wollte ich dabei sein; - also saß ich gespannt im Fernsehsessel und umklammerte die Videorekorderfernbedienung, Daumen auf dem Aufnahmeknopf. Doch nach der dritten Folge blieb der Videorekorder kalt und nach der fünften der Fernseher. Ich verstehe nicht, was die »taz« an »Ally McBeal« so außergewöhnlich findet. Ist es Allys infantile Gestotter, das sich einstellt, sobald Billy aufkreuzt? Sind es die sinnentleerten Dialoge, die sich in der Toilette ereignen? Oder etwa die faden Computertricks, die Köpfe aufblasen und Menschen mit farbigen Schleim übergießen? Ich meine, das reicht nicht für zahllose Zeilen in »Flimmern und Rauschen«, einer Seite, die sonst zuverlässig und stilsicher den Abfall vom Sehenswerten trennt. Nichts in »Ally McBeal« ist überraschend. Die Handlungsstränge verwirren sich stets um Allys langweiligen Verhältnis zu Billy. McBeals Verhalten schwankt sehr berechenbar zwischen naiven, kleinen Mädchen und Nervenzusammenbruch. (Na, vielleicht hat sich das inzwischen ja geändert, ... - ich hab's ja lange nicht mehr gesehen!) Diese Serie ist dermaßen durchgestylt, daß man Angst hat, die Kulisse würde jeden Moment in sich zusammen brechen. »Ally McBeal« ist nicht weniger unerträglich, wie jede andere x-beliebige, amerikanische Comedy-Serie auch. Die »taz« sollte sich nicht für so eine doofe Serie stark machen, sie sollte vielmehr mit einem offenen Brief die Wiederholung einer wirklich grandiosen Serie fordern, nämlich »Ausgerechnet Alaska«! : volker herrmann, meppen 25.9.99 "Ein weiblicher Blickwinkel für Ally": Dank eurer Empfehlung ist in mein Fernsehalltag um einen Quantensprung witziger und origineller geworden. Jedenfalls muss ich jetzt doch gegen Volker aus Meppen festhalten, dass ALLY einfach KULT ist! Allein schon die Unisex-Toilette (mit Gummibärchens ferngesteuerter Spülung), Stottertherapie und "Ich bin aufgewühlt", Fishismus, Barbie und Skipper, Pinguin-Mann usw. usf. ... Alle Charaktere werden in dieser Serie liebevoll weiterentwickelt, die Dialoge sind witzig und die Storys reichen von hintergründig bis skurril. Ich will mir den Spaß an dieser Serie nicht durch Rumanalysieren versauen, aber ein Erfolgsrezept ist sicher, dass Ally und ihre Freundinnen das Lebensgefühl städtischer Post-Feminismus-Single-Frauen par excellence verkörpern. Männer sind hier nur Beiwerk (aber ansehnlich; ich denke nur an diesen schnuckeligen Anwalt am Ende der ersten Staffel). Der Blickwinkel jedoch ist ein weiblicher. vielleicht liegt es auch daran, dass in meinem FreundInnenkreis vor allem Frauen süchtig nach Ally sind. Denn, SIND WIR NICHT ALLE EIN BISSCHEN ALLY??? : barbara brecht, heidelberg (Die Antwort lautet definitiv: NEIN! -d.I.DFswEz-) 26.9.99 "Auch in Cicely gibt es schnuckelige Männer": Als ich letzten Mittwoch meinen Leserbrief "Sinnentleerte Dialoge auf der Toilette" (»Ally McBeal« in der »taz« entdeckte, habe ich mich sehr gefreut und sogar ein bißchen erschrocken, weil ich nicht damit gerechnet hatte, daß Ihr ihn veröffentlichen würdet. Und noch viel mehr habe ich (habe) mich gestern erschrocken, als ich nämlich Barbara Brechts Leserbrief las, in dem sie empörenswerterweise meine Meinung nicht teilt. Unglaublich. Ich würde nun gerne auch auf ihren Brief antworten. : Meine Güte! Nach dem Emmy nun auch noch KULT! Da kann ich nur erneut ausrufen: "Was heißt das schon, liebe Barbara!" Selbst Wigald Boning, ???-Hörspiele oder gar der dösige Al Bundy genießen hierzulande einen beachtlichen KULTstatus. Aber ich will gar nicht auf »Ally McBeal« herumreiten. JedeR soll die Lieblingsserie bekommen, die sie/er verdient. Und ich möchte lediglich »Ausgerechnet Alaska« wiederhaben, - sozusagen die Mutter aller guten TV-Serien! Ja, - vielleicht bin ich ja auch nur neidisch auf all jene, die sich (schon) mit »Ally McBeal« zufriedengeben, denn »Ausgerechnet Alaska« hat wesentlich geistreichere Dialoge und anspruchsvollere Geschichten auf Lager, die Serie spielt nicht in einem so gestelzten Ambiente und biederen Milieu, die Themen jeder einzelnen Episode werden geradezu philosophisch behandelt und sprühen gleichzeitig vor Humor und Esprit. Für das Lebensgefühl emanzipierter Single-Frauen sorgt (nicht nur) die wunderbare Maggie O'Connell. Und schnuckelige Männer gibt's auch in Cicely. Die Charaktere sind ausgefallen und funktionieren nicht dermaßen berechenbar wie in anderen Serien. Ich appelliere an alle versprengten »Ausgerechnet Alaska«-Freunde dieser Zeitung, die Wiederansetzung der Serie bei den entsprechenden Sendern zu fordern und warte geduldig auf Christoph Schultheis' offenen Brief "Doktor Fleischman soll wieder Erythrozyten zählen!" o.ä. in »Flimmern und Rauschen«! : volker herrmann, meppen (Presse)Stimmen zur Aktion Porträt unserer Aktion in der Neuen Osnabrücker Zeitung home |
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