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Portrait Neue Osnabrücker Zeitung, 23.9.2000 |
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| Internet-Initiative für "Ausgerechnet Alaska" Von Frank Wiebrock Was sind eigentlich Erythrozyten? Egal, auf jeden Fall soll Doktor Fleischman die Dinger wieder zählen. Und zwar im Fernsehen. Eine Meppener Initiative macht sich für eine Wiederholung der sechs Staffeln der Serie "Ausgerechnet Alaska" stark. Und damit der Ruf nach Wiederholung nicht im Dickicht der diversen Fernsehsender verhallt, greift die Initiative "Doktor Fleischman soll wieder Erythrozyten zählen" auf das Medium Internet zurück. Für viele Fernsehentnervte war "Northern Exposure", so der Original-Titel von "Ausgerechnet Alaska", ein Lichtblick in der Düsternis der TV-Serien. Erzählt wird die Geschichte des in New York aufgewachsenen jüdischen Arztes Dr. Joel Fleischman, der sich vom Staat Alaska sein Medizinstudium finanzieren lässt. Die Gegenleistung: vier lange Jahre dem Staat als Arzt dienen. Doc Fleischman trifft die ganze Härte eines staatlichen Stipendiums: Er wird nach Cicely beordert, einer Stadt irgendwo in der Provinz Alaskas. Und dort leben jede Menge ebenso skurrile wie interessante Gestalten: verkrachte Astronauten, spröde Pilotinnen, spirituell angehauchte Indianer . . . Genug Stoff für 110 Folgen. Mitte des Jahres 1992 strahlte RTL - eigentlich nicht gerade ein Verfechter einer übermäßig hohen Fernsehkultur - die Serie in Deutschland aus. Nach einem Intermezzo bei Vox wiederholte RTL II 1998 noch einige Episoden. Seitdem warten die treuen Fans auf die nächste Wiederholung. Auch in Meppen: Zusammen mit Freunden aus halb Deutschland gründete Volker Herrmann deshalb die Initiative "Doktor Fleischman soll wieder Erythrozyten zählen". Im Internet ist Herrmann (www.sign4sale.de/cicely.html) zwar nicht der Einzige, der sich des Themas angenommen hat, aber der Konsequenteste: Der 29-Jährige widerstand der Versuchung, eine weitere Fan-Site zu machen. Er konzentrierte seine Site auf das einzig wichtige "Alaska"-Thema: den Kampf um die Wiederausstrahlung der "ultimativ besten Serie". Schließlich hat Herrmann die allerersten Folgen verpasst . . . Und wie erreicht man ein so hoch gestecktes Ziel? Einfach alle für eine Ausstrahlung in Frage kommenden Sender (und das sind eigentlich alle außer die vom Pay-TV) gezielt mit Briefen, E-Mails und Faxen bombardieren - möglichst oft und von möglichst vielen Leuten. "Als effektivste und persönlichste Möglichkeit erscheint uns immer noch die gute alte Post", erläuterte Herrmann. Nicht ohne Grund: E-Mails könnten von den Sendern mit einem Tastendruck ins digitale Nirwana verklappt werden, - bei Briefen muss zum gleichen Zweck mehr als nur ein Finger bewegt werden. Auch wie die Sender auf die Briefflut reagieren, lässt sich auf den Seiten nachvollziehen: Überwiegend mit höflichen Vertröstungen, mal mehr, mal weniger in das knappe Mäntelchen eines "vielleicht irgendwann" oder "wir sind völlig Ihrer Meinung" gehüllt. Ungewohnt deutlich wurde dagegen RTl II: "Ausgerechnet Alaska wird definitiv nicht mehr bei RTL II zu sehen sein." Aber vielleicht wird das Engagement der "Ausgerechnet-Alaska-Fans" doch noch irgendwann von einem deutschen Sender erhört. Und dann darf Dr. Fleischman auch wieder Erythrozyten zählen. Das sind - ganz banale - rote Blutkörperchen. (Frank Wiebrock, 23.09.2000, Medien) (Presse)Stimmen zur Aktion Leserbriefe in der taz home |
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